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Symbolbild: Trockenes Feld

Klimagerechtigkeit

Keine Klimagerechtigkeit ohne Handelsgerechtigkeit!

Die Klimakrise wird bis 2030 voraussichtlich mehr als 100 Millionen Menschen im Globalen Süden unter die Armutsgrenze drängen. Ohne rigorose Anpassungsmaßnahmen könnte die globale Erwärmung die landwirtschaftlichen Erträge bis 2050 weltweit um bis zu 30 Prozent verringern, was mehr als 500 Millionen kleine Agrarbetriebe auf der ganzen Welt betreffen würde. Die Klimakrise verschärft sich zusätzlich durch das existierende Wirtschaftssystem, das den Profit über das Wohl der Menschen und unseres Planeten stellt.

Handelsgerechtigkeit ist ein wichtiger Schritt, um Klimagerechtigkeit zu erreichen. Durch seinen integrativen, nachhaltigen Ansatz, der soziale, wirtschaftliche und ökologische Grundsätze vereint, trägt der Faire Handel zu mehr Klimaresistenz in globalen Lieferketten bei. Da der überwiegenden Mehrheit der über 800 Millionen Kleinbäuer*innen weltweit die finanzielle Kraft fehlt, um in Klimaschutz und in die Anpassung an den Klimawandel zu investieren, muss bei der internationalen Klimapolitik ein starker Fokus auf kleinbäuerliche Strukturen gesetzt werden.

Kritischer Agrarbericht

"Welt im Fieber – Klima & Wandel" lautet der Schwerpunkt des Kritischen Agrarberichts 2021. Dieser beleuchtet zum einen die gesellschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise und ihre wirtschaftlichen Folgen, betont aber, dass diese Krise nicht isoliert betrachtet werden darf. Um die Klima- und Biodiversitätskrise überwinden zu können, braucht es eine tiefgreifende Transformation des Agrar- und Ernährungssystems. Es gebe wegweisende Beispiele sowie Ergebnisse der Wissenschaft, die zeigen, wie diese gelingen könnte. Einige von ihnen werden im Agrarbericht vorgestellt.

Der Faire Handel unterstützt seine Handelspartner beim Klimaschutz

Vor allem kleinbäuerliche Betriebe leiden unter den veränderten klimatischen Bedingungen. Regen- und Erntezeiten verschieben sich oder bleiben ganz aus. Schädlinge und Pflanzenkrankheiten treten verstärkt auf und ziehen die Produktivität der Pflanzen in Mitleidenschaft. Kleinbäuer*innen und ihre Familien, die von der landwirtschaftlichen Produktion abhängig sind, haben finanzielle Einbußen und ihre Existenz ist bedroht. Der Faire Handel arbeitet größtenteils mit kleinbäuerlichen Betrieben zusammen und viele Handelspartner des Fairen Handels kämpfen mit den Auswirkungen des Klimawandels: Trockenheit, Unwetter, steigende Temperaturen und Pilzkrankheiten erschweren die Arbeitsbedingungen und führen in konkreten Fällen zu Ernteverlusten von bis zu 90 %. Der Faire Handel unterstützt seine Partner bei der Bewältigung der Folgen des Klimawandels, u. a. mit Beratung bei der Umstellung auf klimaschonende und -angepasste Wirtschaftsweisen und mit finanzieller Unterstützung, z. B. für Aufforstungsmaßnahmen oder die Einführung erneuerbarer Energien. Der Faire Handel zeigt so, dass Handel zum Wohl von Menschen und Umwelt möglich ist.

Um die Klimakrise abzuwenden und die UN-Nachhaltigkeitsziele umzusetzen, müssen wir unsere Art zu leben und zu wirtschaften grundlegend verändern. Dazu sind ambitionierte Klimaziele und gesetzliche Rahmenbedingungen erforderlich, die das Wohl von Menschen und Umwelt vor wirtschaftlichen Profit setzen, und nicht umgekehrt. Dafür bietet der Faire Handel viele konkrete und vor allem bewährte Instrumente.

Andrea Fütterer
Andrea Fütterer, Vorstandsvorsitzende des Forum Fairer Handel

Forderungen des Forum Fairer Handel: Wir brauchen mehr Klimagerechtigkeit

Wir brauchen passende politische Rahmenbedingungen, um die Kleinbäuer*innen bei Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen zu unterstützen Deshalb hat das Forum Fairer Handel ganz konkrete Forderungen für die zukünftige Klimapolitik der Bundesregierung aufgestellt:

  • Kleinbäuer*innen sollten im Rahmen der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit beim Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel gezielt unterstützt werden, damit diese sich gegen die unvermeidbaren Folgen der Klimazerstörung wappnen, von Klimaschocks erholen und ihre Lebensgrundlagen wiederherstellen können.
  • Internationale Finanzmechanismen wie der Green Climate Fund sollten auf Kleinbäuer*innenorganisationen ausgerichtet werden, um so den Zugang zu Finanzmitteln zu erleichtern.

Verbraucher*innen fordern mehr Klimagerechtigkeit

Symbolbild
Forderungen an die nächste Bundesregierung

Das Forum Fairer Handel hat Forderungen an die nächste Bundesregierung formuliert – unter anderem auch zur Klimapolitik.

Mehr erfahren

Segelschiff Avontuur
Das Segelschiff Avontuur transportiert fair gehandelten und nahezu klimaneutralen "Segel-Kaffee" von Südamerika nach Deutschland

Ökologische Landwirtschaft und Agrarökologie als Wege in die Zukunft

Die sozialen, ökonomischen und ökologischen Schäden der industriellen Landwirtschaft gefährden die bäuerlichen Lebensgrundlagen und die Anpassungsfähigkeit der Ökosysteme an die bereits spürbaren Folgen der Klimakrise. Kleinbäuerliche Betriebe werden vom Markt verdrängt, Menschen und Umwelt durch Chemieeinsätze gefährdet und die Zahl der Hungernden steigt. Für eine sozial und ökologisch nachhaltige Landwirtschaft braucht es eine Abkehr von industrieller Landwirtschaft und eine Stärkung der Agrarökologie. Die Agrarökologie baut auf den grundlegenden Prinzipien des ökologischen Landbaus auf, zu denen vornehmlich der Erhalt der Bodenfruchtbarkeit, der Kreislauf von Boden-Pflanze-Tier und Mensch sowie die Unabhängigkeit der Betriebe von externen Betriebsmitteln gehören. Insgesamt sind die Grundsätze der Agrarökologie einer umfassend ökologisch und sozial nachhaltigen Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung verpflichtet. 

In diesem Bereich arbeitet das Forum Fairer Handel eng mit seinem Mitglied Naturland zusammen, das – wie alle unsere Mitglieder – die Bereiche öko und fair zusammendenkt.

Mehr Informationen zu Naturland

Publikationen zum Thema
Forum Fairer Handel (2018):

Fairer Handel und Klimagerechtigkeit

Forum Fairer Handel (2019):

Kompass Fairer Handel: Fairer Handel und Klimagerechtigkeit

Materialien

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