Nur vier Supermarktketten kontrollieren mehr als 85 Prozent des Lebensmittelmarktes in Deutschland (Aldi, die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland, Edeka und Rewe). Durch die große Konzentration sind die meisten Lieferanten auf dem deutschen Markt davon abhängig, bei den Vier gelistet zu sein. Entsprechend ungleich ist die Verhandlungsposition. Jüngste Gespräche mit Lieferanten an den deutschen LEH zeigen, dass dieser durch unlautere Handelspraktiken Kosten und Geschäftsrisiken auf seine Lieferanten abwälzt. Bei Preisverhandlungen werden Lieferanten häufig so weit wie möglich im Preis gedrückt, wobei keine Rücksicht darauf genommen wird, ob die Kosten der Lieferanten gedeckt sind. Viele Lieferanten können Erhöhungen ihrer Kosten nicht an den LEH weiterreichen. Sie werden „ausgequetscht wie eine Zitrone“ fasst es ein Lieferant zusammen.
Auch auf der anderen Seite der Lieferkette – also bei den Verbraucher*innen – hat die Marktkonzentration problematische Auswirkungen: Durch ihre Marktdominanz liegt es zunehmend in der Hand der vier Konzerne, welche Lebensmittel wir zu welchem Preis einkaufen können. Dabei behaupten sie häufig, dass sie zum Wohle der Verbraucher*innen für günstige Lebensmittelpreise in Deutschland sorgen. Doch spätestens seit den jüngsten Preissteigerungen ist dies zweifelhaft. Lebensmittel kosten heute im Durchschnitt immer noch 30 Prozent mehr als 2021. Die Monopolkommission stellte 2024 fest, dass der LEH Kosteneinsparungen nicht an die Verbraucher*innen weitergibt.
Weitere Informationen zu dem Thema lesen Sie in unserem Blog „Die Macht der Big Four.“