Definition

Der Faire Handel will die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen am Anfang der Lieferkette verbessern und ihre politische und wirtschaftliche Position stärken. Dafür bedarf es unterschiedlicher Strategien. Im Laufe der Jahre haben sich so zahlreiche Organisationen und verschiedene Ansätze des Fairen Handels entwickelt. Sie beziehen sich jedoch auf übereinstimmende Grundsätze und Werte und basieren auf den jahrzehntelangen praktischen Erfahrungen gemeinsamer Arbeit und dem Dialog der Fair-Handels-Akteure in Nord und Süd. 

Im Jahr 2001 haben sich vier internationale Dachorganisationen des Fairen Handels (FLO, IFAT, NEWS! Und EFTA) auf folgende gemeinsame Definition des Fairen Handels verständigt:

"Der Faire Handel ist eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Durch bessere Handelsbedingungen und die Sicherung sozialer Rechte für benachteiligte Produzent*innen und Arbeiter*innen – insbesondere in den Ländern des Südens – leistet der Faire Handel einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung. Fair-Handels-Organisationen engagieren sich (gemeinsam mit Verbraucher*innen) für die Unterstützung der Produzent*innen, die Bewusstseinsbildung sowie die Kampagnenarbeit zur Veränderung der Regeln und der Praxis des konventionellen Welthandels."

Zum Weiterlesen: Grundsatzpapiere des Fairen Handels

FAQ

Manchmal liest man Fair Trade, manchmal Fairtrade – ist das das Gleiche?

Um den Fairen Handel als Ganzes zu benennen, können Sie entweder den deutschen Begriff "Fairer Handel" (beide Wörter groß geschrieben, da es sich um einen Eigennamen handelt) oder das englische Äquivalent – "Fair Trade" – verwenden. 

Der Ausdruck "Fairtrade" in der zusammengeschriebenen Form bezeichnet das Fairtrade-System, das u.a. das Fairtrade-Siegel vergibt. Mit dem Fairtrade-Siegel sind die Produkte aus Fairem Handel gekennzeichnet, die nach den Standards von Fairtrade International gehandelt wurden.

Fair und bio: Ist das dasselbe?

Bio-Produkte sind nicht unbedingt fair gehandelt. Auch nicht alle fair gehandelten Produkte stammen aus kontrolliert biologischem Anbau. Allerdings nimmt der Anteil an biologisch hergestellten Lebensmitteln im Fairen Handel weiter zu. 2015 waren 80 Prozent der in Deutschland verkauften fairen Lebensmittel auch bio-zertifiziert – Tendenz steigend. 

Bei Bio-Produkten werden in erster Linie ökologische Standards überprüft und umgesetzt. Entsprechend sind Sozialstandards und die Einhaltung der ILO Kernarbeitsnormen in der Regel keine Voraussetzung für eine Bio-Zertifizierung. Obwohl der Fokus des Fairen Handels auf der Einhaltung von sozialen und Menschenrechtsstandards liegt, gehört der Schutz der Umwelt untrennbar zu einer fairen Wirtschaftsweise dazu. Denn fair zu handeln bedeutet auch, nachhaltig zu handeln – für Mensch und Natur. Dieser Gedanke findet sich bereits in den Grundsatzpapieren des Fairen Handels wieder. Nähere Informationen dazu erhalten Sie hier.

Die Umstellung auf biologische Landwirtschaft wird im Fairen Handel grundsätzlich gefördert, nicht zuletzt durch den Fair-Handels-Zuschlag. Oftmals erlauben erst die höheren Einnahmen aus dem Fairen Handel die kostspielige Umstellung. Ist auf Bio-Anbau umgestellt, gibt es dann im Fairen Handel einen Bonus für die Herstellung ökologischer Produkte.

Fairer Handel im Norden

Seit einigen Jahren diskutiert die internationale Fair Handels-Bewegung über "Fairen Handel im Norden",  oder auch über "Domestic Fair Trade" ("Fairer Handel im eigenen Land"). Dieser ist mittlerweile in vielen Ländern im Süden wie auch im Norden Realität geworden, wobei die Konzepte teilweise unterschiedlich sind.

Zum Weiterlesen: 
  • Forum Fairer Handel 2016: Fair gehandelte Produkte aus dem Norden? Download
  • Forum Fairer Handel 2012: Positionspapier – Fairer Handel im Norden Download

Ansprechpartner

Foto von Manuel Blendin
Manuel Blendin
Tel. 030 / 280 40 599

Zum Weiterlesen

Standards und Kriterien einzelner Fair-Handels-Akteure:

Zum Weiterlesen

100% fair - der Faire Handel in Deutschland. Grundsätze, Wirkungen, Akteure (Neuauflage 2016) Download