Siegelorganisationen

Fairtrade Deutschland

Das Fairtrade-Zeichen wird in Deutschland vom Verein TransFair vergeben. TransFair ist ein gemeinnütziger Verein mit dem Ziel, benachteiligte Produzentenfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika zu fördern und durch den Fairen Handel ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern. Als unabhängige Initiative handelt TransFair e.V. nicht selbst mit Waren, sondern vergibt das Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Produkte auf der Grundlage von Lizenzverträgen. Inzwischen nutzen mehr als 100 Firmen das Fairtrade-Siegel. Die Kriterien für die Vergabe des Siegels entsprechen den internationalen Standards von Fairtrade International.

TransFair setzt sich dafür ein, weitere Partner und Unterstützer für den Fairen Handel durch Marketing-, Informations- und Öffentlichkeitsarbeit zu gewinnen. Um die Glaubwürdigkeit des Fairtrade-Siegels zu gewährleisten, ist eine effiziente Kontrolle von größter Bedeutung. Informationen über die Standards und Kontrollen erfahren Sie auf der Internetseite von TransFair.

Naturland Fair

Der Naturland Verband für ökologischen Landbau hat im Jahr 1986 sein internationales Engagement in enger Zusammenarbeit mit der GEPA gestartet. 2005 flossen die Erfahrungen aus dem Fairen Handel in die Formulierung von verbindlichen Sozialstandards ein, die seither für alle Naturland Erzeuger und Verarbeiter weltweit gelten. Die 2010 eingeführte Naturland Fair Zertifizierung geht diesen Weg weiter und bezieht erstmals auch die Bauern im Norden in den Gedanken des Fairen Handels mit ein.

Die Naturland Fair Zertifizierung basiert auf der Definition von FINE und den Kerngrundsätzen der Fair-Handels-Organisationen, die in der Grundsatz-Charta für den Fairen Handel beschrieben sind.  Darüber hinaus stellt sie weitergehende Anforderungen an die Unternehmen, deren Produkte das Naturland Fair Zeichen tragen dürfen. So können beispielsweise nur Erzeuger/innen ausgezeichnet werden, die bereits die strengen Naturland Öko- und Sozialrichtlinien erfüllen und somit ökologische Landwirtschaft betreiben. Bei weiterverarbeiteten Produkten kommt es nicht nur auf die ökologische und faire Produktion der Rohstoffe an.

Auch die weiterverarbeitenden Betriebe müssen sich durch gesellschaftliches Engagement und transparente, ökologische und faire Unternehmensgrundsätze auszeichnen. Im Rahmen der Naturland Fair-Zertifizierung ist sowohl eine Produkt- als auch eine Unternehmenszertifizierung möglich.
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Fair for Life

Das Fair for Life-Programm wurde gemeinsam von der Bio-Stiftung Schweiz und dem Institut für Marktökologie entwickelt. Ein wichtiger Impuls für die Gründung des Zertifizierungsprogramms lag darin, Standards für Produkte zu entwickeln, die im bestehenden Fairtrade-System bis dato nicht zertifizierbar waren. Das Fair for Life-Programm baut auf bestehenden Standards u.a. von Fairtrade International auf, fordert aber auch sozial verantwortliche Arbeitsbedingungen entlang der gesamten Lieferkette ein.
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Ecocert Fair Trade

ECOCERT hat sich 1991 in Frankreich als Zertifizierungsorganisation für den Biobereich gegründet. Nach und nach kamen Standards für weitere Produkte und Dienstleistungen hinzu, u.a. 2007 die Standards für Fairen Handel. ECOCERT Fair Trade ist Mitglied der französischen Fair-Handels-Plattform. Ähnlich wie Naturland Fair hat ECOCERT Fair Trade seine Fair Trade-Standards 2013 um Standards für landwirtschaftliche Produkte aus dem Norden erweitert.
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Ende 2013 haben Fair for Life und ECOCERT Fair Trade eine engere Kooperation vereinbart und ihre Geschäftsaktivitäten teilweise zusammengelegt.

Das Forum Fairer Handel hat die Ansätze von Naturland Fair, Fair for Life und ECOCERT Fair Trade mit den Kriterien des Fairtrade-Systems verglichen. Fazit: Alle drei Systeme können als Zertifizierungssysteme des Fairen Handels bezeichnet werden und entsprechen weitgehend den Anforderungen im Fairtrade-Zertifizierungssystem. Die jeweiligen Kriterien weisen teilweise andere Akzente und Gewichtungen auf, die aber zumeist nur gradueller Art sind. Aus Sicht des Forum Fairer Handel können Produkte, die mit diesen Zeichen versehen sind, somit auch als "fair gehandelt" angesehen werden. Zum Standardvergleich

Ansprechpartner

Foto von Manuel Blendin
Manuel Blendin
Tel. 030 / 280 40 599

Zum Weiterlesen

100% fair - der Faire Handel in Deutschland. Grundsätze, Wirkungen, Akteure (Neuauflage 2016) Download