Zahlen und Fakten zum Fairen Handel in Deutschland

1,139 Milliarden Euro für fair gehandelte Produkte in 2015

Im Geschäftsjahr 2015 erreichte der Faire Handel in Deutschland mit 1,139 Milliarden Euro Umsatz zu Endverbraucherpreisen eine neue Rekordhöhe und verzeichnete eine Steigerung von 11 % im Vergleich zum Vorjahr. Gegenüber 2010 verdreifachte sich der Umsatz annähernd.

Mit 895 Mio. Euro machte das Fairtrade-Produktsiegel 2015 den größten Anteil (79 %) am Fairen Handel aus.  Die anerkannten Fair-Handels-Importeure verkauften im vergangenen Jahr fair gehandelte Waren im Wert von 185 Mio. Euro (plus 5 %), darunter gesiegelte und ungesiegelte Waren. Sie verzeichnen insgesamt seit Jahren eine stabile Umsatzentwicklung – im Jahr 2015 waren es 16 % am Gesamtumsatz mit fair gehandelten Produkten. Von Weltläden und Aktionsgruppen wurden im Jahr 2015 Waren im Wert von 76 Mio. Euro vertrieben. Gegenüber 2014 verzeichnen sie einen Umsatzzuwachs von 5 %. 

1.078 Millionen Euro vom Gesamtumsatz 2015 wurden mit fair gehandelten Produkten aus dem Globalen Süden umgesetzt. Seit 2014 werden auch die Umsätze mit fair gehandelten Produkten aus dem Globalen Norden ausgewiesen. 2015 wurden fair gehandelte Landwirtschaftsgüter aus Europa im Wert von 61 Mio. Euro in Deutschland verkauft. 

Entwicklung einzelner Produkte

Lebensmittel machten mit 79 % den größten Anteil am Absatz von fair gehandelten Produkten zu Endverbraucherpreisen aus. 80 % davon stammten aus kontrolliert biologischem Anbau. Kaffee hält mit 35 % am Gesamtumsatz des Fairen Handels zu Endverbraucherpreisen weiterhin deutlich die Spitzenposition. Nach Kaffee weisen Südfrüchte, Blumen (vorwiegend Rosen) und Textilien den stärksten Umsatz aller fair gehandelten Waren für das Jahr 2015 auf. Fair gehandelte Produkte aus dem Globalen Norden, vor allem Milch, Mehl und Backwaren, vorwiegend aus Deutschland, machten im vergangenen Jahr gut 5 % am Gesamtumsatz des Fairen Handels aus.

Südfrüchte

Südfrüchte wie Bananen, Ananas und Mango bleiben weiterhin Mengenspitzenreiter im gesamten Fairen Handel. Mit 72.126 Tonnen und einem Zuwachs von 34 % gegenüber 2014 erzielten sie einen neuen Absatzrekord und verzeichneten gegenüber 2013 eine Verdopplung. Bananen machen den größten Anteil am Absatz mit Südfrüchten aus. 99 % aller fair gehandelten Südfrüchte waren 2015 bio-zertifiziert. Hierfür erhalten die Kooperativen einen Bio-Zuschlag. Die wichtigsten Anbauländer für Südfrüchte aus Fairem Handel sind Peru, die Dominikanische Republik und Ecuador.

Kaffee

Kaffee ist nach Erdöl wertmäßig der meist gehandelte Rohstoff weltweit. Der Absatz von fair gehandeltem Kaffee wuchs 2015 um vier Prozent auf 16.418 Tonnen an. Der Absatz von Kaffee weist damit ein kontinuierliches Wachstum im Fairen Handel auf. Innerhalb der letzten fünf Jahre verdoppelte er sich. 73 % des fair gehandelten Kaffees waren 2015 bio-zertifiziert. Wichtige Anbauländer für Kaffee aus Fairem Handel sind Honduras, Peru, Mexiko und Tansania.

Banane im Fokus: Zehn von 100 Bananen sind fair gehandelt

Mit einem jährlichen Pro-Kopf-Konsum von 12,1 kg ist die Banane nach dem Apfel die beliebteste Frucht der Deutschen.6 Dabei liegt der Marktanteil fair gehandelter Bananen in Deutschland bei beachtlichen 10 %. Doch die restlichen 90 % werden in der konventionellen Fruchtwirtschaft weiterhin unter sehr problematischen Bedingungen produziert und gehandelt. Denn mit der Nachfrage nach Südfrüchten wächst auch die Macht der Supermarktketten und multinationalen Konzerne. In Deutschland beherrschen vier Einzelhandelsriesen, namentlich Edeka, Rewe, Aldi und die Schwarz-Gruppe, 85 % des Marktes. Sie geben den Ton in der von Dumping geprägten Preispolitik an. Eine Banane kostet in Deutschland im Schnitt 30 % weniger als in Frankreich oder Italien. In Ecuador wird der gesetzliche Mindestpreis für Bananen in Höhe von 5,50 € pro Kiste massiv unterschritten. Die niedrigen Einkaufspreise lassen in den Produktionsländern kaum Spielraum für eine positive soziale Entwicklung. Die Verletzung von Arbeitsrechten, massive gesundheitliche Belastungen und mangelhafter Umweltschutz sind im Sektor „tropische Früchte“ leider an der Tagesordnung. Das Nachsehen haben kleinbäuerliche Produzent/innen und Arbeiter/innen am unteren Ende der Lieferkette.

Weitere Zahlen und Fakten von 2015 erhalten Sie im Factsheet "Aktuelle Entwicklungen im Fairen Handel" in der Langfassung oder in der Kurzfassung

Noch mehr Zahlen und Grafiken zum Download

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Fair Trade 2007: new facts and figures from an ongoing success story. A report on Fair Trade in 33 consumer countries.

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Manuel Blendin
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