Preisschwankungen und Spekulationen in den Griff bekommen

Exzessive Spekulation an den Agrarmärkten verteuert Nahrungsmittel in Hochpreisphasen und verstärkt Preisschwankungen. Dies hat dramatische Auswirkungen insbesondere auf diejenigen Haushalte, die einen sehr hohen Anteil ihres Einkommens für Essen ausgeben: Während die Ausgaben für Nahrungsmittel in Industrienationen ungefähr 10 Prozent des Einkommens ausmachen, sind es in Ländern des globalen Südens bis zu 80 Prozent.

Aber auch für viele Wirtschaftsakteure haben extreme Preisschwankungen negative Konsequenzen. Durch die dominante Rolle von Finanzinvestoren auf den Rohstoffderivatmärkten drohen diese, ihre wichtigen Funktionen als Risikoabsicherung und Preissignal für kommerzielle Händler zu verlieren.

Exzessive Preisschwankungen bergen große Risiken, auch für Bauernkooperativen in den Ländern des Südens, die Produkte von ihren Mitgliedern ankaufen und an Händler weiterkaufen. Sowohl zu niedrige als auch spekulativ getriebene, oft kurzfristige Spitzenpreise gehen an der Zielsetzung des Fairen Handels vorbei. Nur stabile Rahmenbedingungen ermöglichen es den Produzent/innen, eine soziale, ökologische und wirtschaftlich nachhaltige Produktion zu gestalten.

Das Forum Fairer Handel setzt sich daher für eine stärkere Regulierung der Rohstoffmärkte und für weitere Maßnahmen zu deren Stabilisierung ein.

Insbesondere fordert das Forum Fairer Handel:

  • mehr Transparenz bei Fundamentaldaten zu globaler landwirtschaftlicher Produktion, Konsum und Lagerhaltung;
  • den weitgehend unregulierten außerbörslichen (OTC) Handel zu reduzieren und den Handel an regulierte, transparente Börsen zurückzuholen;
  • eine mehrstufige Transaktionssteuer auf den Handel mit Rohstoffderivaten, um spekulative Handelsaktivitäten zu reduzieren und Preise zu stabilisieren; 
  • größere Transparenz auf den Rohstoffderivatmärkten zu Positionen von unterschiedlichen Händlerklassen (nicht nur für einzelne Händler);
  • exzessive Spekulation mit Nahrungsmitteln durch sehr strenge Positionslimits für einzelne Händler und Händlerklassen zu unterbinden;
  • Obergrenzen für den Handel mit Derivaten, was Produkt, Höhe und Laufzeit betrifft, auf nationaler und idealerweise auf regionaler und globaler Ebene; Stärkung von Regulierungsbehörden.

Unsere Forderungen in Hinblick auf Rohstoffspekulation.

Alle Forderungen des Forum Fairer Handel zur Bundestagswahl 2013.

Factsheet über die Auswirkungen von Spekulationen an den Kaffeebörsen auf Kaffeebauern (Jahrespressekonferenz 2012)

Das Forum Fairer Handel Österreich hat zu Rohstoffspektulationen eine Studie mit weiterführenden Informationen erstellt.

Ansprechpartner

Foto von Armin Massing
Armin Massing
Tel. 030 / 280 45 349