Entwicklungspolitik muss Kleinbäuer/innen fördern!

Ungefähr eine Milliarde Menschen sind weltweit von Hunger und Armut betroffen, vier Fünftel davon leben auf dem Land, und die Mehrzahl ist in der Landwirtschaft tätig. Ihnen mangelt es zumeist an Einkommen, um sich und ihre Familien mit ausreichend Lebensmitteln zu versorgen.

Angesichts von Klimawandel und Bevölkerungswachstum droht sich die Ernährungssituation weiter zu verschärfen, und die Landwirtschaft steht vor riesigen Herausforderungen. Nach jahrzehntelanger Vernachlässigung hat auch die Entwicklungszusammenarbeit die Landwirtschaft wieder verstärkt als Betätigungsfeld entdeckt. Der Ruf nach mehr Investitionen in den ländlichen Raum ist laut.

Der Faire Handel unterstützt Produzentengruppen und Arbeiter/innen bei Investitionen in ihre Zukunft. Zentral ist für den Fairen Handel das Empowerment - also die Stärkung der Rechte der Produzent/innen und deren Position in der Wertschöpfungskette. Dabei stellt der Faire Handel insbesondere das Potential und die Leistungsfähigkeit bäuerlicher Landwirtschaft unter Beweis und unterstützt ökologische Anbaumethoden sowie die Diversifizierung und Weiterverarbeitung der Produkte. Damit steht der Faire Handel für ein Landwirtschaftsmodell, wie es auch der Weltagrarbericht empfiehlt, und unterstützt dessen Forderung nach einer internationalen Agrarwende.

Das Forum Fairer Handel setzt sich besonders ein für: 

  • einen deutlichen Fokus der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (EZ) auf die Unterstützung kleinbäuerlicher Landwirtschaft;
  • die Stärkung von Bauernorganisationen, Genossenschaften und Landarbeitergewerkschaften; 
  • die verstärkte Förderung von Weiterverarbeitungskapazitäten der Bauerngruppen und Unterstützung beim Aufbau regionaler Wertschöpfungsketten; 
  • eine stärkere Beteiligung von Kleinbauernorganisationen bei der Entwicklung von Landwirtschaftspolitik und von Landwirtschaftsprojekten der EZ;
  • einen Förderschwerpunkt auf lokal angepasste Agrarforschung;
  • die Verstetigung des Weltagrarberichtes;
  • die verstärkte Förderung von Fair-Handels-Organisationen im Süden durch die EZ;
  • einen deutlichen Schwerpunkt auf Fairen Handel als Best Practice-Ansatz des nachhaltigen Wirtschaftens im Dialog und bei der Zusammenarbeit mit privatwirtschaftlichen Akteuren. 

Unsere Forderungen zur Fokussierung der EZ auf bäuerliche Landwirtschaft.

Anregungen für eine bessere Verzahnung von EZ und Fairem Handel finden Sie in einem Diskussionspapier.

Ansprechpartner

Foto von Armin Massing
Armin Massing
Tel. 030 / 280 45 349