Kakao-Weltmarktpreis auf Tiefststand – ruinös für die Produzent*innen

Foto: Pixabay

Von Mirjam Hägele, Referentin für die Kakao-Lieferkette bei INKOTA-netzwerk

Nach einem Höhenflug in 2024/25 ist der Weltmarktpreis für Kakao in den letzten Monaten drastisch abgestürzt. Für Kakao-Bäuerinnen und -Bauern eine echte Bedrohung. Die Berichte von INKOTAs lokalen Partnerorganisationen Inades Formation Côte d'Ivoire, IDEF und Solidaridad West Africa in Côte d’Ivoire (Elfenbeinküste) sind dramatisch.  

Seit Ende 2025 kam es aufgrund des Preissturzes in Côte d’Ivoire zu einer zunehmenden Blockade der Vermarktung. Die ivorische Vermarktungsbehörde CCC genehmigte keine Exporte mehr in der Hoffnung auf bessere Preise in der Zukunft. Dies führte dazu, dass Kooperativen auf ihrem Kakao sitzen blieben und Produzent*innen nicht bezahlt wurden oder gar keine Verkaufsmöglichkeiten fanden. 

Bäuer*innen erhalten fast 60 Prozent weniger für Kakaobohnen

Um die Vermarktung wieder ins Rollen zu bringen, hat das CCC Anfang März den staatlich festgelegten Preis, den Produzent*innen „Ab-Hof“ für Kakaobohnen erhalten um 57 Prozent gesenkt. Statt der bisherigen 2.800 CFA-Francs (knapp 4.30 Euro) bringt ein Kilo Kakao jetzt nur noch 1.200 CFA-Francs (etwa 1.80 Euro) ein. Damit liegt der Preis unter den Produktionskosten. Eine Studie von Inades Formation kommt zu dem Ergebnis, veranschlagt die Produktionskosten für Kakaobohnen in der Côte d'Ivoire zwischen 2,02 und 3,08 Euro pro Kilo.

Aktuelle Preise sind unter den Produktionskosten

Der Preisverfall hat dramatische Folgen für die Kakao-Bäuer*innen in Côte d‘Ivoire. Sie leben und arbeiten zumeist sowieso schon unter prekären Verhältnissen und haben kein Sicherheitsnetz. In der Folge müssen viele Kakao-Bäuer*innen nun ihre Kinder aus der Schule nehmen und können sich ihre Gesundheitsversorgung nicht mehr leisten.

Ein gesetzliches Verbot von Preisen unterhalb der Produktionskosten in Agrar-Lieferketten, wie es das Forum Fairer Handel, INKOTA und weitere zivilgesellschaftliche Organisationen in der laufenden Petition „Landwirtschaft braucht Fairness“ fordern, wäre ein wichtiger Schritt, um die Farmer*innen vor solch ruinösem Preisverfall zu schützen. 

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