Wenn Frauen in der Landwirtschaft die gleichen Chancen hätten wie Männer, könnten die Erträge weltweit deutlich steigen. Das zeigt: Geschlechtergerechtigkeit ist nicht nur eine Frage von Rechten, sondern auch ein Schlüssel für Ernährungssicherheit. Das von den Vereinten Nationen ausgerufene Internationale Jahr der Bäuerin 2026 bietet einen wichtigen Anlass, genau darauf aufmerksam zu machen.
Gleichberechtigung in der Landwirtschaft verbessert die Ernährungssicherheit
Laut der Welternährungsorganisation (FAO) könnten die landwirtschaftlichen Erträge weltweit um 20 bis 30 Prozent gesteigert werden, wenn Frauen einen gleichberechtigten Zugang zu Produktionsmitteln hätten. Das wäre ein großer Beitrag zur Verbesserung der Lebensmittelversorgung und zur Bekämpfung von Hunger.
Warum die UN 2026 zum Jahr der Bäuerin erklärt haben
Um die zentrale Rolle von Frauen in der Landwirtschaft sichtbarer zu machen und sie zu stärken, haben die Vereinten Nationen 2026 zum „International Year of the Woman Farmer“ erklärt. Weltweit stellen Frauen fast 40 Prozent der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft, in Subsahara-Afrika und Asien sind es sogar über 50 Prozent. Mehr als ein Drittel aller berufstätigen Frauen arbeitet in der Landwirtschaft.
Gleichzeitig sind Frauen strukturell benachteiligt: Sie verdienen im Durchschnitt nur 78 Cent für jeden Dollar, den ihre männlichen Kollegen erhalten. Weniger als 15 Prozent der Landbesitzer*innen weltweit sind Frauen. Der Zugang zu Land, Krediten, Bildung und Technologie ist vielerorts weiterhin ungleich verteilt. Der Beitrag von Frauen zur Landwirtschaft und zur Ernährungssicherheit bleibt damit häufig unsichtbar, während ihre Arbeitsbedingungen oft prekärer sind.
Wie der Faire Handel Frauen stärkt und sichtbar macht
Im Fairen Handel ist Geschlechtergerechtigkeit von Anfang an ein zentrales Prinzip. Die Förderung der Teilhabe von Mädchen und Frauen gehört zu den tragenden Grundlagen der Bewegung. Das Internationale Jahr der Bäuerin 2026 ist für uns deshalb ein wichtiger Anlass, auf die vielen inspirierenden Frauen im Fairen Handel aufmerksam zu machen.
Zum Internationalen Frauentag am 8. März starten wir auf unserem Instagram-Kanal eine Serie, in der wir monatlich eine Landwirtin aus der Fair-Handels-Bewegung vorstellen. Damit möchten wir die Menschen sichtbar machen, die mit ihrer Arbeit nicht nur hochwertige Produkte erzeugen, sondern auch nachhaltige Perspektiven für ihre Gemeinschaften schaffen.
Marisol Villar Batista: Eine Kakaobäuerin, die Zukunft gestaltet
Den Auftakt macht Marisol Villar Batista, Kakaoproduzentin der Kooperative COOPROAGRO in der Dominikanischen Republik. Sie war 2024 zu Gast bei der Fairen Woche und beeindruckte mit ihrer Lebensgeschichte und ihrer klaren Vision von nachhaltiger Landwirtschaft.
Nach dem Tod ihres Vaters gab sie ihre Arbeit in der Stadt auf und übernahm den landwirtschaftlichen Betrieb ihrer Familie. Heute gilt dieser als Musterbetrieb innerhalb der Genossenschaft. Auf ihrer Plantage setzt Marisol auf dynamischen Agroforstanbau und verbindet damit ökologische, soziale und wirtschaftliche Perspektiven.
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