Seit 19. Februar ist der Umsetzungsprozess der sogenannten „Empowering Consumers Directive“ (kurz EmpCo) auf nationaler Ebene beendet. Die neuen Vorgaben zur Verbesserung des Schutzes von Verbraucher*innen wurden in Deutschland im Rahmen einer Anpassung des Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerb (kurz UWG) umgesetzt. Der neue Gesetzestext findet sich hier. Anwendungsbeginn ist der 27. September 2026.
Die EmpCo Regulierung verfolgt das Ziel, Verbraucher*innen in der EU besser vor irreführenden Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen zu schützen. Sie bringt unter anderem folgende Anpassungen:
Ein Verbot von allgemeinen, irreführenden Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen auf Produkten: Zukünftig müssen Begriffe wie „umweltfreundlich“, „nachhaltig“ oder „CO2-neutral“ beleg- und nachprüfbar sein. Das Verbot betrifft größtenteils umweltbezogene Angaben, aber auch Aussagen zu sozialen Aspekten eines Produktes.
Neue Anforderungen an Zertifizierungssysteme und Nachhaltigkeitssiegel: Die EmpCo präzisiert die Ausgestaltung von unternehmenseigenen Nachhaltigkeitssiegeln, die zukünftig nur noch zulässig sind, wenn sie auf einem Zertifizierungssystem beruhen. Diese Zertifizierungssysteme müssen bestimmte Anforderungen erfüllen, etwa eine Überprüfung durch Dritte oder einen diskriminierungsfreien Zugang für alle Unternehmen am Markt.
Strengere Regeln für Zukunftsversprechen: Für Aussagen wie „klimaneutral bis 2030“ muss zukünftig ein klarer, öffentlicher und überprüfbarer Umsetzungsplan vorliegen.
Verstöße gegen die EmpCo werden in Deutschland durch Mitbewerber, Verbraucherschutzzentralen und die Wettbewerbszentrale angezeigt. Sie gilt nur für den Business-to-Consumer Bereich und betrifft somit ausschließlich die direkte Kommunikation mit Verbraucher*innen.
Insbesondere die neuen Anforderungen an Nachhaltigkeitslabel und Zertifizierungssysteme haben Auswirkungen auf den Fairen Handel. Teilweise sind durch die EmpCo Anpassungen an unternehmenseigenen Siegeln, Produktverpackungen, Zertifizierungssystemen und Werbeaussagen notwendig.
Das Forum Fairer Handel steht in engem Austausch mit Akteur*innen des Fairen Handels, um über die neuen Anforderungen zu informieren und bei der Umsetzung der EmpCo zu unterstützen.