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Schädlicher Preiskampf um Bananen geht weiter

Offener Brief fordert existenzsichernde Einkaufpreise für Bananen-Produzent*innen

In den letzten Wochen haben uns Berichte erreicht, denen zufolge ALDI anstrebt, den Einkaufspreis für Bananen im Jahr 2021 von 12,41 € auf 11,33 € pro Box um knapp 9 % zu senken. Dieser Ankündigung gehen im gesamten Lebensmitteleinzelhandel Jahre des erbitterten Preiskampfs bei Bananen mit dem eindeutigen Trend immer weiter sinkender Einkaufspreise voraus. Wir beobachten diese Entwicklung mit großer Sorge, und dies betrifft bei weitem nicht nur ALDI, sondern den gesamten Lebensmitteleinzelhandel.

Daher haben wir uns – gemeinsam mit Oxfam Deutschland und weiten zivilgesellschaftlichen Organisationen – in einem Brief an die Corporate Responsibility- und  Einkaufsverantwortlichen von Aldi und weiteren großen Einzelhandelsunternehmen gewandt. Darin fordern wir sie auf, den Preiskampf bei den Einkaufspreisen von Bananen nicht weiter voranzutreiben, sondern existenzsichernde Einkaufspreise zu zahlen, welche die Einhaltung von guten Löhnen und Arbeitsbedingungen sowie Menschenrechten und Vermeidung von Umweltschäden ermöglichen.

In den letzten Jahren berichteten Einzelhandelsunternehmen zunehmend darüber, menschenrechtliche Sorgfaltspflichten umzusetzen und machten teilweise deutliche Fortschritte bei ihrer öffentlichen Berichterstattung. Das Beispiel der Bananenpreise zeigt, dass menschenrechtliche Sorgfaltspraktiken über diese Kommunikation hinaus scheinbar noch nicht in der unternehmerischen Praxis angekommen sind. Menschenrechtliche Sorgfaltspflichten müssen sich auch in existenzsichernden Einkaufspreisen und Vertragsbedingungen widerspiegeln, welche die Einhaltung von Menschenrechten ermöglichen. Anhand der aktuellen Situation wird erneut deutlich, wie dringend notwendig ein Lieferkettengesetz ist, damit Einkaufspraktiken unter Berücksichtigung menschenrechtlicher Sorgfaltspflichten umgesetzt werden.

Gerade beim Thema existenzsichernder Löhne besteht ein direkter Zusammenhang zwischen niedrigen Einkaufspreisen und Menschenrechtsverletzungen. Damit stehen niedrigere Einkaufspreise auch im eklatanten Widerspruch zu der von einigen deutschen Einzelhandelsunternehmen im Januar 2020 unterzeichneten Selbstverpflichtung zu existenzsichernden Löhnen und dem im Rahmen dieser Initiative gestarteten Projekt zum Bananenanbau in Ecuador.

 

 

 

Ansprechpartnerin

Foto Katrin Frank
Katrin Frank
Tel. 030 / 280 45 259

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