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Fair-Handels-Bewegung zeigt Solidarität in Zeiten der Krise

Umgang mit dem Corona-Virus (Update: 07.04.2020)

Das Corona-Virus schränkt das öffentliche Leben in Deutschland massiv ein. Auch die Fair-Handels-Bewegung ist von den Folgen betroffen – und zeigt im Sinne von #FlattenTheCurve Solidarität mit denen, die am stärksten von den Folgen betroffen sind.

Ein Überblick über die aktuellen Entwicklungen und zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf den Fairen Handel:

Abgesagte Veranstaltungen

Um die Chance für Neuansteckungen mit dem neuartigen Virus zu verringern, wurden einige große Veranstaltungen innerhalb der Fair-Handels-Bewegung abgesagt. Dazu gehören folgende aktuelle Veranstaltungen:

Weitere Veranstaltungsabsagen werden mit großer Wahrscheinlichkeit folgen.

Tipps für Weltläden zum Umgang mit Corona

Die rund 800 Weltläden in Deutschland sind besonders von den Auswirkungen der Pandemie betroffen, wie der Weltladen-Dachverband aktuell informiert. Viele Läden mussten bereits schließen oder ihre Öffnungszeiten einschränken. Einige Weltläden haben bereits kreative Lösungen gefunden. So hat der Weltladen in Ahlen beispielsweise einen Liefer-Service eingerichtet (Tipps, wie Weltladen einen eigenen Liefer- bzw. Bestell-Service anbieten können, gibt El Puente in seinem Blog). Dennoch sind noch viele Läden geöffnet und brauchen gerade in Zeiten der Krise die Unterstützung ihrer Kund*innen.

Um die Weltläden in Deutschland zu unterstützen, hat der Weltladen-Dachverband ein hilfreiches FAQ  für alle Weltladen-Betreiber erstellt. Hier werden Fragen beantwortet wie "Müssen wir unseren Weltladen jetzt schließen?" oder "Gibt es finanzielle Hilfen für betroffene Weltläden?" Das FAQ wird laufend aktualisiert.

Solidaritäts-Aktion der Fair-Handels-Unternehmen

Die Fair-Handels-Unternehmen El Puente, Gepa, Globo und WeltPartner zeigen Solidarität mit den Weltläden: Ab sofort haben Onlineshop-Kund*innen die Möglichkeit, bei ihrer Bestellung anzugeben, welchen momentan geschlossenen Weltladen sie normalerweise besuchen oder unterstützen möchten. Den Gewinn bzw. eine entsprechende Provision wollen sie dann an den jeweiligen Weltladen überweisen.

Weltladen-Dachverband: aktion #fairsorgung

Gemeinsam mit rund 30 Lieferanten des Fairen Handels hat der Weltladen-Dachverband die "aktion #fairsorgung" gestartet. Ziel ist es, die schlimmsten wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise auf alle Partner des Fairen Handels abzumildern und die Versorgung der Bevölkerung mit fair gehandelten Produkten zu gewährleisten. Auf seiner Website bietet der Weltladen-Dachverband zum Beispiel eine Datenbank mit Online-Shops von Lieferanten an, die einen Teil ihrer Einnahmen an Weltläden weiterreichen.

#StayHomeLiveFair: Solidaritätsaktion der World Fair Trade Organization

Angesichts der Corona-Krise ruft die World Fair Trade Organization (WFTO) unter dem Hashtag #StayHomeLiveFair zu weltweiter Solidarität mit den Handelspartnern des Fairen Handels auf! Auf ihrer Website listet die WFTO die Online-Shops sowie Crowdfunding-Aktionen der Mitglieder auf und bittet um deren Unterstützung. Zudem sollen alle Fair Trade-Unterstützer Solidarität zeigen, indem sie unter dem Hashtag #StayHomeLiveFair ihr fair gehandeltes Lieblingsprodukt zeigen. Alle Infos zur Aktion gibt es auf der Website sowie  auf der Facebook-Seite der WFTO.

Auswirkungen der Corona-Krise auf Handelspartner

Für Handelspartner in Afrika, Asien und Lateinamerika kann die Corona-Pandemie schnell zur existenziellen Bedrohung werden. Sie trifft es häufig besonders hart, da die Gesundheitsversorgung vielerorts schlechter ist. Zudem müssen einige Handelspartner ihren Betrieb vorübergehend schließen.

ALLPA aus Peru, ein Handelspartner von El Puente, berichtet beispielsweise, dass aufgrund der 15-tägigen Ausgangssperre zurzeit keine Waren exportiert werden können. Der Handelspartner Holyland aus Palästina informiert ebenfalls über Probleme mit der Warenverschiffung: "Dear El Puente, your order is ready! But there is no shipping. Jerusalem is totally closed."

Auch Handelspartner CRC (Indien) macht sich Sorgen um die Zukunft: "Bis jetzt gibt es in Kalkutta glücklicherweise noch keine bestätigten Corona-Fälle. Aber das kann sich jederzeit ändern. (…) Die Kunsthandwerker*innen können nicht von zu Hause arbeiten. (…) Unsere Werkstätten sind Umgebungen, in denen sich ein Virus leicht verbreiten kann. Wahrscheinlich müssen die Werkstätten geschlossen werden. Das ist besonders hart für die Kunsthandwerker*innen, die auf Stücklohnbasis bezahlt werden. Wir wollen ihnen einen Vorschuss bar auszahlen, damit zumindest ihre Grundversorgung gesichert ist."

Mehr Informationen zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf die Handelspartner von El Puente finden Sie auf dem El Puente-Blog.

Andrea Fütterer, Vorstandsvorsitzende des Forum Fairer Handel und Leiterin der Abteilung Grundsatz und Politik bei der GEPA war zu Beginn der Corona-Krise auf Handelspartnerreise in Honduras, wo momentan wegen der Corona-Krise absolute Ausgangssperre herrscht. In einem Beitrag erzählt sie, wie sie die Situation vor Ort erlebt und welche Auswirkungen die Krise auf die Handelspartner haben könnte. So berichtet Dolores Cruz Benitez von der Frauen-Kaffeekooperative APROLMA: "Wir machen uns bezüglich des Exports Sorgen, denn durch den Ausnahmezustand dürfen hier nur Lebensmittel-Transporter durchfahren. Wir denken, dass Kaffee aber auch zu der Definition des 'Lebensmittelkorbes' gehört und es deswegen nicht so viele negative Auswirkungen haben wird. Wir Frauen müssen alle arbeiten, um die Familieneinkünfte zu komplettieren, das steht jetzt auf dem Spiel, da die Regierung ja den Ausnahmezustand ausgerufen hat. Aber die Pandemie ist ein weltweites Problem. Wir sorgen uns, weil sie die Wirtschaft beeinträchtigt, vor allem in den Ländern, die unseren Kaffee abnehmen. Wir wissen nicht, was aus den Firmen und aus den Kunden wird, die unseren Kaffee kaufen. Wird es in Zukunft Ausnahmen für den Export von Kaffee geben? Auch wir können jetzt keine Leute in der Aufbereitungsanlage beschäftigen, für diese Woche ist es verboten und wir wissen nicht was danach kommt. Wir hoffen dass alles sich normalisiert. Glücklicherweise haben wir etwas mehr Zeit für die Arbeit in der Kaffeefinca, das ist etwas Positives."

Mehr Informationen zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf die Handelspartner der Gepa finden Sie auf deren Website. Die Gepa berichtet darüber hinaus, was die Pandemie für Kaffeebäuerinnen und -bauern bedeutet.

Dies sind nur einige Beispiele, die zeigen, wie existenziell die Pandemie sich für viele Menschen auswirken kann. Die Corona-Krise wird aber hoffentlich auch zeigen, dass wir viel erreichen können, wenn wir uns solidarisch zeigen und handeln. 

Weiterführende Informationen unserer Mitglieder und Partner

Hinweis: Wir bemühen uns, die Entwicklungen zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf den Fairen Handel laufend zu aktualisieren.

Ansprechpartnerin

Foto Katrin Frank
Katrin Frank
Tel. 030 / 280 45 259

Aktuelle Petition

Lieferkettengesetz: Was muss drin sein?

Aktuelle Publikationen

Forum Fairer Handel (aktualisierte Fassung 2020): Kompass Fairer Handel: Woran erkenne ich Produkte aus Fairem Handel? Download

Forum Fairer Handel (2019): Kompass Fairer Handel: Fairer Handel und Geschlechtergerechtigeit Download

Alle aktuellen Publikationen des Forum Fairer Handel