FAQ

Hier finden Sie die am häufigsten gestellten Fragen und Antworten zum Fairen Handel. 

Fairer Handel allgemein

Manchmal liest man Fair Trade, manchmal Fairtrade – ist das das Gleiche?

Nein. Fair Trade ist die englische Übersetzung des Begriffes "Fairer Handel". Damit ist der gesamte Faire Handel gemeint. Fairtrade ist der Eigenname des Systems von Fairtrade International (früher FLO), über welches Produkte mit dem Fairtrade-Siegel ausgezeichnet werden.

Das deutsche Mitglied ist der Verein Trans-Fair (Fairtrade Deutschland). Dieser Bereich umfasst nur einen Teil des Sortiments fair gehandelter Produkte, vor allem Lebensmittel, die aber die größte Verbreitung und den größten Anteil am Umsatz des Fairen Handels in Deutschland haben.

Standards und Kriterien

Nachhaltig und fair sind heute doch viele, oder?

Es gibt viele Label und Systeme, die unter dem Titel "Nachhaltigkeit" um die Gunst der Konsument/innen werben. Viele davon leisten eine gute Arbeit, haben jedoch verschiedene Akzente und Schwerpunkte, wie z.B. Umweltschutz oder Biodiversität. Beim Fairen Handel steht der Mensch im Mittelpunkt. Mit diesem Fokus leistet der Faire Handel einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung und engagiert sich sowohl im ökologischen als auch im ökonomischen und sozialen Bereich. Was den Fairen Handel von vielen anderen Ansätzen unterscheidet, ist die Zahlung eines fairen Preises, die Möglichkeit der Vorfinanzierung der Produktion bzw. der Ernte sowie langfristige Handelsbeziehungen. Außerdem zeichnet sich der Faire Handel durch seinen entwicklungsorientierten Ansatz aus. Er setzt auf das Empowerment der Produzent/innen, damit diese perspektivisch auf eigenen Füßen im Markt bestehen können. Nachhaltigkeitsansätze wie etwa Rainforest Alliance oder UTZ Certified haben ihre Schwerpunkte eher im ökologischen Bereich.

Warum gibt es kein einheitliches Zeichen für Fairen Handel?

Im Gegensatz zu "bio" ist der Begriff "fair" rechtlich nicht geschützt. Jedes Unternehmen kann ihn nach eigenen Vorstellungen in seiner Kommunikation verwenden.

Es gibt aber international definierte Fair-Handels-Prinzipien, die die Grundlage unserer Arbeit darstellen. Innerhalb des Fairen Handels haben sich in über 40 Jahren unterschiedliche, sich ergänzende Ansätze entwickelt. Ausdruck davon sind eine Vielzahl an Produktsiegeln und Zeichen, die von anerkannten Fair-Handels-Organisationen genutzt werden.

Für welche Schwerpunkte diese Zeichen stehen, können Sie hier nachlesen. Alle anerkannten Siegel und Zeichen arbeiten nach den international definierten Fair-Handels-Prinzipien. Und sie wollen den Handel für die Produzent/innen fairer machen. Die Verbraucher/innen können selbst entscheiden, wie sie mit dieser Vielfalt umgehen. Das Forum Fairer Handel unterstützt Sie dabei und informiert über die unterschiedlichen Ansätze im Fairen Handel – und darüber, worin der Faire Handel sich von Nachhaltigkeitszeichen unterscheidet.

Handelspartner

Wie viel kommt tatsächlich bei den Produzent/innen an?

Der Faire Handel hat den Anspruch, den Produzent/innen einen Preis zu zahlen, der sowohl die durchschnittlichen Produktionskosten deckt als auch zum Bestreiten der Lebenshaltungskosten ausreicht. So gibt es im Fairen Handel – anders als im konventionellen Handel – für Produkte wie Kaffee kostendeckende Mindestpreise. Fällt der Weltmarktpreis unter den Mindestpreis, wird dieser gezahlt, zuzüglich einer Fair-Handels- und ggf. einer Bioprämie. Steigt der Weltmarktpreis über den garantierten Mindestpreis, wird der Weltmarktpreis plus Prämien gezahlt. So liegt der faire Gesamtpreis auch in Zeiten hoher Weltmarktpreise über diesen.

Eine allgemeingültige Antwort auf die Frage, wie viel letztendlich der/die einzelne Produzent/in vom Verkaufspreis erhält, gibt es nicht. Die Preisbildung der einzelnen Produkte hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab. Dazu gehören die aktuell erzielten Einkaufspreise, die Verarbeitungs- und Vermarktungskosten, die Höhe des Betrages, den die Mitglieder für laufende Kosten der Kooperative abgeben müssen, und der Anteil, den die Kooperative für gemeinschaftliche Projekte einsetzt. Über die letzten beiden Punkte entscheiden die Mitglieder der Organisation gemeinsam.

Produkte

Auf manchen fair gehandelten Produkten steht, dass sie gar nicht zu 100 % aus fairen Zutaten bestehen. Wie kann das sein?

Im Fairen Handel gibt es die Regel: Besteht ein Produkt nur aus einem Rohstoff, muss dieser immer zu 100 % fair gehandelt sein. Anders ist es bei Lebensmitteln, die aus verschiedenen Zutaten bestehen, wie etwa Schokolade oder Kekse. Diese werden Mischprodukte genannt.

Da nicht alle Rohstoffe, die für Mischprodukte benötigt werden, über den Fairen Handel verfügbar sind, gilt bei solchen Produkten: Alle Bestandteile des Produktes, die fair gehandelt erhältlich sind, müssen aus Fairem Handel stammen ("All that can be must be Fair Trade"-Regel). Dabei wird ein möglichst hoher Fair-Handels-Anteil angestrebt. In der Regel liegt der Anteil bei über 50 %, teilweise bei 100 %. Nach den Fairtrade-Standards muss dieser mindestens 20 % betragen.