Verbraucherbefragung 2016

Deutsche kaufen immer öfter Produkte aus dem Fairen Handel

Immer mehr Verbraucher*innen greifen beim Einkauf bewusst zu Produkten aus Fairem Handel. So hat sich die Käuferschaft fair gehandelter Produkte gegenüber 2013 um ein Viertel auf rund 61 % der Verbraucher*innen erhöht.

Besonders die Zahl der regelmäßigen Käufer*innen steigt: Kauften 2013 noch 8 % der Verbraucher*innen regelmäßig Produkte aus Fairem Handel, so liegt dieser Anteil 2016 bei bereits 20 %.

Einige Grafiken zur Verbraucherbefragung 2016 haben wir für Sie interaktiv aufbereitet. Diese können Sie beispielsweise für Ihre Berichterstattung oder Bildungsarbeit zum Fairen Handel nutzen.

Zu den interaktiven Grafiken

Fairer Handel erreicht neue Käuferschichten

Der größte Zuwachs beim Kauf fairer Produkte ist in der Einkommensklasse bis 2500 Euro (annähernd 50 % gegenüber 2013) zu verzeichnen. 65 % entscheiden sich hier für den Kauf fairer Produkte. Die Beliebtheit von Produkten aus Fairem Handel hat jedoch in allen Einkommensklassen zugenommen. So kaufen mittlerweile auch in der niedrigsten Einkommensklasse (bis 1000 Euro) 42 % der Verbraucher*innen fair gehandelte Waren.

Der Trend zur Erschließung neuer Käuferschichten spiegelt sich auch in der Schulbildung wider. Zunahmen bei den Käufer*innen gab es vor allem bei Verbraucher*innen mit niedrigeren Bildungsabschlüssen. So greifen mittlerweile rund 54 % (2013: 36 %) der Verbraucher*innen mit Hauptschulabschluss und 64 % der Verbraucher*innen mit mittlerer Reife zu Produkten aus Fairem Handel.

Fairer Handel genießt Vertrauen

Das Vertrauen der deutschen Bevölkerung in den Fairen Handel ist hoch. Durchschnittlich 86 % der Verbraucher*innen, die fair gehandelte Produkte kaufen, geben an, den Zeichen des Fairen Handels "sehr" oder "eher" zu vertrauen. Bei den Unterstützer*innen, also denjenigen Befragten, die zwar keine fairen Produkte kaufen, den Fairen Handel aber grundsätzlich unterstützen, liegt dieser Wert bei 68 %.

Das große Vertrauen in die Wirksamkeit des Fairen Handels spiegelt sich auch in den Kaufgründen wider: "Keine Kinderarbeit" (74 %), "faire Preise für Produzent*innen" (60 %) sowie "richtige Verwendung des Geldes" (54 %) zählen, wie auch in den Jahren zuvor, zu den wichtigsten Gründen für den Kauf fairer Produkte. Allerdings haben diese eher ethisch motivierten Kaufgründe ihre exponierte Stellung verloren. So spielen individuelle Bedürfnisse, wie "Qualität" (56 % Zustimmung, 2013: 51 %) bzw. "Geschmack" (51 % Zustimmung, 2013: 42 %), bei der Kaufentscheidung eine immer größere Rolle.

Über die Verbraucherbefragung 2016

Die Verbraucherbefragung zum Fairen Handel wurde als computerunterstützte persönliche Befragung (C.A.P.I. Computer Aided Personal Interview) von Ipsos Operations GmbH, Mölln, im Rahmen einer Mehrthemenumfrage durchgeführt. Die Grundgesamtheit für diese Untersuchung bildet die deutschsprachige Wohnbevölkerung in Deutschland in Privathaushalten ab 14 Jahren (lt. Media Analyse 2015: 69,24 Mio.). Aus dieser Grundgesamtheit wurde eine repräsentative, mehrstufig geschichtete Zufallsstichprobe gezogen. Die insgesamt 2.007 Interviews wurden in der Zeit vom 09.05. bis 22.05.2016 durchgeführt. Summen können rundungsbedingt von 100% abweichen.

Ansprechpartner

Foto von Manuel Blendin
Manuel Blendin
Tel. 030 / 280 40 599

Mehr Ergebnisse aus der Verbraucherbefragung 2016 finden Sie im Factsheet "Aktuelle Entwicklungen im Fairen Handel" Download

Zum Weiterlesen

100% fair - der Faire Handel in Deutschland. Grundsätze, Wirkungen, Akteure (Neuauflage 2016) Download