Hinweis: Dieses Beitrag ist in der Broschüre “Aktuelle Entwicklungen im Fairen Handel 2025” erschienen, die das FFH im Rahmen ihrer Jahrespressekonferenz im Juli 2025 herausgegeben hat.
In diesem Jahr feiert der Weltladen-Dachverband sein 50-jähriges Bestehen. Er nimmt dies zum Anlass, Erfolge wertzuschätzen, aber auch differenziert nach vorne zu blicken. Anhand des Jahresthemas der Fairen Woche 2025 „Vielfalt“ lassen sich Stärken wie auch aktuelle Herausforderungen der Weltladen-Bewegung gut zusammenfassen.
Weltläden fördern Vielfalt in allen Bereichen ihrer Arbeit wie im Verkauf fair gehandelter Produkte, in der Bildungsarbeit und im Dialog mit politischen Entscheidungsträger*innen. Gleichzeitig beschäftigt sich der Weltladen-Dachverband auch damit, wie Weltläden zukünftig noch diverser werden können.
Lebendige Orte für Vielfalt und Engagement
Mehr als 30.000 Menschen engagieren sich in über 900 Weltläden in Deutschland, teilweise bereits seit Jahrzehnten und weitgehend ehrenamtlich. Weltläden bieten für verschiedene Altersgruppen zahlreiche Möglichkeiten sowohl für kontinuierliches als auch punktuelles Engagement – angefangen bei der Beratung der Kund*innen, Öffentlichkeitsarbeit und die Organisation von Veranstaltungen bis hin zu Bildungseinheiten in Schulen. Gerade im Lernort Weltladen wird Vielfalt auch im Denken gefördert. Bildungsreferent*innen informieren beispielsweise über globale Zusammenhänge sowie über die Menschen und Geschichten hinter Produkten.
Weltläden sind sowohl in Städten als auch in kleinen Gemeinden zu finden. Durch ihre Unabhängigkeit können sie lokale Gegebenheiten gut berücksichtigen und sich entsprechend aufstellen. Die meisten Weltläden in Deutschland werden innerhalb von (gemeinnützigen) Vereinen als „wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb" geführt. Viele größere Weltläden sind als Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) oder eingetragene Genossenschaft (eG) organisiert. Auch variieren die Arbeitsschwerpunkte von Weltladen zu Weltladen: Einige sind lokal eng mit anderen Organisationen vernetzt, andere arbeiten als außerschulischer Lernort regelmäßig mit Schulen und viele pflegen insbesondere enge Kontakte zu Politiker*innen im jeweiligen Wahlkreis.
Größte Auswahl fair gehandelter Produkte
Der Jahresumsatz von Weltläden lag 2024 bei 79 Mio. Euro. Je nach Weltladen haben Lebensmittel wie Kaffee und Schokolade dabei einen Anteil von rund 50-70 Prozent. Der Großteil wird ökologisch oder in Agroforstsystemen hergestellt und trägt so zur biologischen Vielfalt bei. Daneben bieten die Fachgeschäfte des Fairen Handels eine breite Produktvielfalt im Non-Food-Bereich. Im Trend liegen Dinge des täglichen Bedarfs wie Seifen und Kleidung. Einzigartiges Kunsthandwerk und Geschenkartikel wie Schmuck oder Körbe fördern kleine Betriebe, Handwerkstechniken und damit vielfältige Berufsmöglichkeiten auch in ländlichen Regionen im Globalen Süden.