Frauen in der Landwirtschaft: Unsichtbare Arbeit, unverzichtbarer Beitrag

Foto: LIMBUA

Autorin
Katharina Dohnke
Fachreferentin für Naturland Fair und Soziale Verantwortung

Frauen spielen in Agrar- und Ernährungssystemen eine entscheidende Rolle. Sie übernehmen weltweit nicht nur fast die Hälfte der Arbeit in der Landwirtschaft, sondern oft auch den Großteil unsichtbarer Sorgearbeit. 

2026 ist “Internationales Jahr der Frauen in der Landwirtschaft”

Die Vereinten Nationen haben 2026 zum “Internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft” erklärt, um ein Bewusstsein für die Arbeit von Frauen entlang der Wertschöpfungskette zu schaffen. Es soll darauf aufmerksam machen, mit welchen strukturellen Hürden Frauen konfrontiert werden und welche Bedeutung sie für Ernährungssicherung, ländliche Entwicklung und den Erhalt natürlicher Ressourcen haben. Dabei wird auch ein politisches Signal gesendet: Für die Transformation der Agrar- und Ernährungssysteme braucht es Geschlechtergerechtigkeit.

Denn Betriebsleiterinnen setzen häufig auf nachhaltigere Bewirtschaftung, z. B. durch geringeren Einsatz von chemisch-synthetischen Düngern. Sie erschließen neue Einnahmequellen etwa durch touristische Angebote und tragen damit zur ökologischen und ökonomischen Vielfalt ihrer Betriebe bei und stärken deren Resilienz. In vielen Kulturen sind es außerdem Frauen, die traditionelle Sorten erhalten und damit die genetische Vielfalt sichern.

Frauen spielen für die globale Ernährungssicherung eine entscheidende Rolle, werden aber trotzdem weltweit benachteiligt. Der Faire Handel verbessert diese Bedingungen. Foto: LIMBUA

Trotzdem sind Frauen in der Landwirtschaft benachteiligt

Doch Frauen in der Landwirtschaft sind überall auf der Welt von patriarchalen Strukturen betroffen: Sie sind überproportional häufig in schlechter bezahlten Positionen beschäftigt und leiten deutlich seltener eigene Betriebe. Neben schlechterem Zugang zu Land, Krediten und Beratung kämpfen sie oft mit der Mehrfachbelastung durch Reproduktions- und Sorgearbeit. Besonders im Globalen Süden sind Frauen zudem stärker von der Klimakrise betroffen. In vielen Regionen sind Frauen z. B. für die Wasserversorgung zuständig und müssen bei Dürren immer längere Wege zurücklegen.

Fairer Handel sorgt für gerechtere Bedingungen 

Der Faire Handel kann die wirtschaftliche und strukturelle Stellung von Frauen in der Landwirtschaft verbessern. Er sorgt für Mindestpreise, Prämien und langfristige Handelsbeziehungen, unabhängig vom Geschlecht. Konkrete Gleichstellungsstandards schaffen bei ihrer Umsetzung sichere Räume für Frauen sowie die Grundlage für mehr Mitbestimmung. Die positive Wirkung geht dabei über Einzelpersonen hinaus und trägt insgesamt zu lokaler Ernährungssouveränität bei.

“As a young woman in agriculture, I see farming as a business and a future. Fair trade gives me independence and the opportunity to provide for my child while growing my farm sustainably.”
 

Sheila Nyakio (28), Bio-Bäuerin aus Embu County, Kenya

Damit das UN-Jahr mehr bleibt als eine Geste, müssen vor allem junge Frauen in der Landwirtschaft gestärkt werden, denn sie werden die Strukturen von morgen prägen.

Faire Woche 2026: Vielfalt erleben

Dieser Beitrag stammt aus der Hintergrundbroschüre der Fairen Woche 2026, welche auf der Website der Fairen Woche zu finden ist. Die Faire Woche ist die größte Aktionswoche des Fairen Handels in Deutschland und Jahr lädt dieses Jahr vom 11. bis 25. September unter dem Motto “Vielfalt erleben” alle Interessierten ein, die Vielfalt des Fairen Handels zu erleben und kennenzulernen. Mehr zur Fairen Woche erfährst du hier

Cookies & Drittinhalte

Google Maps
Videos (YouTube und Vimeo)

Detaillierte Informationen zu den einzelnen Cookies findest du in unserer Datenschutzerklärung.
Die Einwilligung kann jederzeit widerrufen werden.

Alle akzeptieren Speichern Alle ablehnen