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Was hat die Fair-Handels-Bewegung erreicht? Eine Bestandsanalyse

Foto: Christoph Albuschkat
Gerd Nickoleit

Von Gerd Nickoleit

Meine Bestandsanalyse des Fairen Handels in Deutschland wird notwendigerweise eine subjektive Betrachtung sein, d.h. unvollständig, einseitig und natürlich vereinfachend − also unterkomplex. Um nach vorne schauen zu können, müssen wir wissen, wo wir herkommen und wo wir stehen. Das Thema des Kongresses ist: gesellschaftliche Transformation durch Fairen Handel. Ich behaupte, dass der Faire Handel, so wie er jetzt ist, nicht viel zu einer gesellschaftlichen Veränderung beitragen kann. Im Gegenteil, ich befürchte, dass der Faire Handel eher das derzeitige Wirtschaftssystem stabilisiert. Das war nicht immer so. Die ursprüngliche Idee des Fairen Handels war stark auf Veränderung ausgerichtet. Dorthin müssen wir zurück und wieder Alternativen aufzeigen. 

Ein kurzer Rückblick in die Geschichte

In der Zeit nach 1968 gab es eine Aufbruch-Stimmung. Während und nach dem Vietnamkrieg entstanden überall Friedens-Initiativen. Die Aufarbeitung der kolonialen und der Nazi-Vergangenheit durch die Student*innen begann. Die Kritik an der Entwicklungshilfe wurde immer lauter. Der Club of Rome zeigte die Grenzen des Wachstums auf. Die Entwicklungsländer forderten eine neue Weltwirtschaftsordnung und Handel statt Hilfe. Aufbruchstimmung gab es nicht nur bei den Student*innen, sondern auch bei den kirchlichen Jugendorganisationen. Sie verlangten mehr Gerechtigkeit im Welthandel und Frieden weltweit. Sie protestierten mit kreativen Aktionsformen gegen die US-Politik, gegen den Rassismus und gegen die Ungerechtigkeit im Welthandel. Eine der Aktionsformen war 1969 der Hungermarsch der kirchlichen Jugendverbände. Er war das Startsignal für die Gründung der Aktion Dritte Welt Handel und später des Alternativen Handels. Man wollte selbst handeln und nicht nur spenden. Man entwarf alternative Handels-Modelle für direkte partnerschaftliche Handelsbeziehungen zwischen marginalisierten Produzent*innen und engagierten Käufer*innen. Für die praktische Arbeit haben sich damals die folgenden drei Ziele schrittweise herauskristallisiert, die bis heute weitgehend unverändert sind:

  1. benachteiligte Produzentengruppen zu unterstützen, und in der Praxis zu zeigen, dass ein gerechterer Handel möglich ist,
  2. das Verbraucherverhalten in Deutschland zu verändern − hin zu einem sozial- und umweltgerechten Konsum,
  3. die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen für "Dritte Welt"-Produzent*innen zu verbessern.

In der Theorie sollten die drei Ziele sich gegenseitig ergänzen und befruchten und schrittweise „hochschrauben“. In der Praxis kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Akteur*innen, die entweder nur politische Kampagnen machen oder aber nur verkaufen wollten. Von den Handelspartnern kam grundlegende Kritik. Sie forderten mehr Engagement für ihre Produkte: Wir leben vom Verkauf unserer Produkte und wollen nicht als Medium für Bildungsarbeit instrumentalisiert werden. Die politisch motivierten Aktivist*innen dagegen sagten: Mit Gutwilligkeit kann man keine Strukturen verändern.

Die Schwerpunkte der Aktivitäten haben sich schrittweise verändert. In den 1970er Jahren standen die Bildungs- und die Kampagnenarbeit im Vordergrund. Das Motto war "Lernen durch Handeln", die fair gehandelten Produkte dienten vor allem der Bildungsarbeit. In den 1980er Jahren war der Alternative Handel der Schwerpunkt. Die Konsument*innen sollten bewusst einkaufen und "Politik mit dem Einkaufskorb" machen. Ab den 1990er Jahren dominierte dann das Ziel der Partnerförderung. Die Verkäuflichkeit der Produkte – auch in Supermärkten − Gesellschaftliche Transformation durch Fairen Handel? stand im Vordergrund. Insgesamt wurde ein ideologischer Wechsel vollzogen: Aus der Alternative zum konventionellen Markt wurde nun die Alternative im konventionellen Markt – und damit aus dem Alternativen Handel endgültig der Faire Handel. Der kanadische Wissenschaftler Gavin Fridell behauptet, dass mit dem Verkauf der Produkte in den Supermärkten und den Zertifizierungen der Faire Handel endgültig ein integraler Bestandteil des dominierenden Neoliberalismus wurde.

Was haben wir erreicht? Oder: Was hat sich verändert?

Heute hat die Idee des Fairen Handels eine breite  Akzeptanz in der Bevölkerung. Das Konzept überzeugt  nicht nur die treuen Käufer*innen in den  Weltläden, sondern auch neue Käufergruppen in den  Supermärkten. Sie folgen damit nicht nur eigennützigen,  sondern auch sozialen Kriterien. Hier zeigt  sich Widerstand gegen die negativen Auswirkungen  des bestehenden Wirtschaftssystems. Es ist Widerstand  gegen ein System von Gewinner*innen und  Verlierer*innen, das Menschen nur als Wirtschaftsobjekte  sieht. Auch Politiker*innen betonen in ihren  Reden am Sonntag die Notwendigkeit für mehr  fairen Handel mit den Ländern des Südens. Der seit  2013 amtierende Entwicklungsminister Gerd Müller  hat sogar unsere alte Forderung "Fairer Handel statt  Freihandel" übernommen. Andere Politiker*innen  sehen den Fairen Handel als bestes Mittel zur  Armutsbekämpfung und als eine Herausforderung  für alle Politiker*innen und Unternehmer*innen,  denen allein Wachstum und Profit als oberste Wirtschaftsziele  gelten. Für sie stellt der Faire Handel  den konventionellen Handel infrage. 

Der Faire Handel hat also etwas erreicht − in  der öffentlichen Meinung, im Bewusstsein der  Bevölkerung, in der Politik und im Handel mit  Produzent*innen. Haben wir aber auch etwas verändert? Was bedeuten diese nachweisbaren Erfolge  im Verhältnis zu den eigenen Vorstellungen und zu  der heutigen Realität im Handel? Ich versuche, diese Fragen für alle drei Ziele zu beantworten.

Ziel 1: Unterstützung von "benachteiligten" Produzent*innen

Die Anzahl der Handelspartner*innen aus dem Süden und das Volumen der fair gehandelten Produkte ist ständig gestiegen und damit auch die Anzahl derer, die von den fairen Handelsbedingungen profitieren. Der Faire Handel ist in 75 Ländern aktiv. Ca. 2,5 Millionen Produzent*innen und deren Familien profitieren direkt von unserem entwicklungsorientierten Handel. Viele Handelspartner sind dadurch gewachsen; ihre Produkte sind international und damit auch national marktfähig und konkurrenzfähig geworden. Sie sehen sich selbst nicht mehr als “Benachteiligte”, die unterstützt werden wollen, sondern als gleichberechtigte Partner*innen. Sie haben die gleichen drei Ziele wie die Fair-Handels-Bewegung im Norden und sie schließen sich zusammen, um gemeinsam als „Change agents“ für die Rechte der Produzent*innen und faire Handelsbedingungen auch in ihrer Region einzutreten. Im indischen Fair Handels Forum sind beispielsweise über 100 Organisationen, die das Leben von über 200 000 Produzent*innen verändern, Mitglied.

Wir als Partner im Norden betrachten den Fairen Handel nicht mehr nur als "Hilfe" für "arme, unterstützungswürdige" Produzent*innen aus „Entwicklungsländern“. Wir betrachten ihn als sozial und ökologisch verantwortlichen Handel, wie er überall selbstverständlich sein soll. Beispiele sind die Erweiterung des Handels mit Produkten aus dem Norden, wie mafiafreie Nudeln aus Italien. Wir sind uns bewusst, dass viele strukturelle Probleme im Süden wie im Norden die gleichen sind.

Diese positiven Entwicklungen klingen nach einer Erfolgsstory. Sehen wir aber einmal genauer hin: Die Produzent*innen, die von den Leistungen des Fairen Handels profitieren, sind weltweit nur ein Bruchteil derer, die gemeinhin arbeitslos oder gezwungen sind, sklavenähnliche Jobs anzunehmen. Nach Schätzungen von der UNHCR/The UN Refugee Agency waren Ende 2016 etwa 65,4 Millionen Menschen, die in ihrem Land keine Perspektiven haben, auf der Flucht. Es sind u.a. sie, die sich auf den Weg nach Europa machen. Wir erreichen überwiegend nur die bereits gut organisierten Rohstoff bzw. Handwerksproduzent*innen. Dabei liegt der größte Anteil an der Wertschöpfung bei Lebensmitteln nicht im Ursprungsland, sondern entsteht durch ihre Weiterverarbeitung und Verpackung in Europa. Produzenten von Handwerksprodukten haben kaum Perspektiven, wenn sie sich nicht weiterentwickeln können. Für faire Industrieprodukte fehlt es generell an Konzepten, Risikobereitschaft und Kooperationspartnern. TransFair stellt fest, dass kein Hersteller von Relevanz in Sicht ist, der sich ernsthaft mit den Fairtrade-Textilstandards auseinandersetzt. Das langfristige Ziel, durch Fairen Handel "living wage"- Löhne garantieren zu können, wird noch lange nicht überall erreicht. Nur wenige Handelspartner, die im Aufbau sind, erhalten die Chance für eine Zusammenarbeit. Sie haben oftmals nicht die Voraussetzungen, um unsere stetig steigenden Qualitätsanforderungen erfüllen zu können. Und die Fair-Handels-Organisationen im Norden haben nur wenig Spielraum, aus eigener Kraft zusätzliche Entwicklungsleistungen für Handelspartner zu finanzieren. 

Fazit: Das Konzept des Fairen Handels ist weltweit erfolgreich verbreitet worden. Die enge partnerschaftliche Zusammenarbeit hat das Bewusstsein der Mitarbeiter*innen auf beiden Seiten verändert. Sie haben erkannt, dass die strukturellen und systembedingten Probleme überall die gleichen sind. Das gemeinsame Ziel ist: Fairer Handel für alle. Doch trotz der positiven Beispiele ist die Zahl der Produzent*innen, die mit uns Handel treiben können, sehr begrenzt. 

Ziel 2: Veränderung des Verbraucherverhaltens

Seit 1990 gibt es – laut einer 2016 veröffentlichten Studie von CEval − einen positiven Trend hin zu einem veränderten Bewusstsein und Verhalten der Verbraucher*innen. Das geschieht dank der Präsenz einer immer breiteren Palette fair gehandelter Produkte in den Weltläden und vor allem in den Supermärkten. 2017 wurde die Umsatz-Grenze von 1,6 Milliarden Euro in Deutschland überschritten. Daran hatten die Umsätze in den Supermärkten den überwiegenden Anteil. Die Umsätze in den Weltläden sind in den letzten Jahren dagegen kaum gestiegen. Kreative Kampagnen, wie zum Weltladentag zu "Mensch. Macht. Handel. Fair.", oder "Visionen des Fairen Handels zur Bundestagswahl 2017" haben aber sicherlich zu dem veränderten Bewusstsein beigetragen.

Doch zurück zur Größenordnung: David gegen Goliath. Der Jahresumsatz des Fairen Handels in Deutschland entspricht etwa 1,3 % des Jahresumsatzes der Schwarz-Gruppe, die der größte Handelskonzern Europas und der viertgrößte der Welt ist, zu dem auch Lidl und Kaufland gehören. Beim Kaffee, dem Hauptprodukt des Fairen Handels, beträgt der Anteil nach über 40 Jahren nicht mehr als 3 %. Das sind jährlich pro Person ca.16 €. Der Faire Handel übernimmt immer stärker die Bedingungen der Supermärkte. Höhere Umsätze werden mit Anpassungen an die herrschenden Trends in Bezug auf Produktangebot, Design und Verpackung erkauft. Das generelle Kaufverhalten der Verbraucher hat sich kaum verändert. Es ist weiterhin bestimmt von preisgünstig, mehr, größer, schneller. Andererseits gibt es auch nur wenige Unternehmen in Deutschland, genauer gesagt ca. 120, die sich bemühen, Fair Handels Prinzipien generell umzusetzen. Die meisten Unternehmen haben höchstens die Wachsamkeit erhöht, um skandalträchtiges Fehlverhalten abzustellen oder zu vertuschen. Sie betreiben Imagepflege mit dem Angebot einzelner fair gehandelter Produkte.

Doch das Unbehagen an scheinbar alternativlosen Entwicklungen, wie die Vergiftung der Umwelt, die industrielle Landwirtschaft sowie die Machtkonzentration und der Macht-Missbrauch von Banken und Großkonzernen, wächst. Es gibt einige Initiativen, die sich konsequent den „mainstream“- Standards entziehen. Ihre Mitglieder ziehen Konsequenzen für den eigenen Lebensstil. Dazu gehören die Mitarbeiter*innen in den Welt- und Bioläden, in der Solidarischen Landwirtschaft, die Menschen, die ihr Geld bei der Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken anlegen, in der Stiftung zur Vergabe von Alternativen Nobelpreisen und viele andere mehr.

Fazit: Der Faire Handel ist einerseits Teil einer Bewegung, die sich gegen den allein gewinnorientierten Handel wehrt, und deckt die Bedürfnisse einer sensibilisierten Minderheit ab. Andererseits hat er das generelle Käuferverhalten und die Handelspraktiken kaum beeinflusst. Der Faire Handel kann sich nicht den Regeln des bestehenden Systems entziehen, aber er hat eine Saat ausgesät. 

Ziel 3: Etablierung von gerechteren Handelsbedingungen

Der ungezähmte, unkontrollierte "freie" Handel weitet sich ständig aus und wird durch die Bundesregierung gefördert. Die Privatisierung zentraler Bereiche, wie die Grundversorgung mit Wasser, Energie und Gesundheit, wird zur Bedingung für die staatliche Entwicklungs-Zusammenarbeit gemacht. International agierende Konzerne kontrollieren – wie in kolonialen Zeiten – den Zugang zu wichtigen Rohstoffen und beherrschen weltweit die Märkte. Investment-Banken manipulieren durch Spekulation die Rohstoffpreise. Die Machtkonzentration Weniger lässt kaum Spielraum für selbstbestimmtes Handeln von kleinen Produzenten im Süden wie im Norden. 

Dennoch besitzt der Faire Handel das Wohlwollen vieler Politiker. Sie wissen oder sie ahnen zumindest, dass der freie Markt eine der wesentlichen Ursachen für die Armut in vielen Ländern des Südens ist. Sie fördern in vielfacher Weise die Bildungs- und Öffentlichkeitskampagnen. Sie loben die ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen in den Weltläden und trinken fair gehandelten Kaffee in ihren Kantinen. In ihren Reden benennen sie die Prinzipien des Fairen Handels als notwendige Leitlinien für die Entwicklungszusammenarbeit. Auch in den nachhaltigen Entwicklungszielen der UN finden sich diese Prinzipien wieder. Fair ist wie auch bio und regional ein fester Bestandteil des UN-Nachhaltigkeitsdiskurses. 

Trotz aller Sympathien und Bekenntnisse der politischen Entscheidungsträger*innen gibt es keine ernsthaften Anstrengungen, die Prinzipien des Fairen Handels in verbindliche ordnungs- und fiskalische Regeln umzusetzen. Deutsche Politiker begründen ihre Haltung damit, dass andere Handelsregeln nur international beschlossen werden können und es dafür in Europa keine Mehrheiten gäbe. Einseitige Maßnahmen Deutschlands würden die Wettbewerbsfähigkeit des eigenen Landes einschränken. Systemkritische Aktionen der Fair-Handels-Bewegung sind nicht erwünscht und werden auch nicht finanziert. Die Politiker setzen auf den Konsumenten, der es richten soll. Auch die UN kann die Umsetzung der Sustainable Development Goals (Ziele für nachhaltige Entwicklung) nicht erzwingen und ist auf die freiwillige Mitarbeit der Länder angewiesen. Auf europäischer Ebene sind die Chancen der Einflussnahme auf EU-Parlamentarier*innen ebenfalls gering. Den drei festen Mitarbeiter*innen des Fair Trade Advocacy Office in Brüssel steht eine Übermacht von 15.000 − 20.000 Lobbyist*innen der Agrar- und Industrie-Großkonzerne gegenüber.

Es gibt allerdings immer größer werdende Bewegungen, die Alternativen zu der jetzigen Politik fordern. Die großen Demonstrationen gegen TTIP, anlässlich des Treffens der G 20 in Hamburg und der Grünen Woche unter dem Titel "Wir haben es satt", zeigen nicht nur den großen Frust in der Bevölkerung, sondern auch das Potenzial für Veränderungen.

Fazit: Der Faire Handel liefert der Politik z. Zt. lediglich ein Alibi für ihre Tatenlosigkeit. Solange die Politiker den übermächtigen Wirtschafts- und Finanzkräften keinen Einhalt gebieten, sind die Chancen, faire Handelsregeln durchzusetzen, gering. Die Wirtschaft muss den Menschen dienen – und nicht umgekehrt. 

Insgesamt ließe sich schlussfolgern, dass der Faire Handel nur wenig verändert hat und eher systemstabilisierend wirkt. Er hat aber in der Umsetzung aller drei Ziele positive Entwicklungen angestoßen. Es dauert manchmal lange, bis die Saat aufgeht. Gleichzeitig wächst überall in der Gesellschaft das Unbehagen und die Wut über das "Weiter so", über die Verwerfungen der Globalisierung, die Klimaveränderung und über die weltweite Polarisierung von reich und arm. Es wächst die Sorge über die schleichende Zerstörung der Existenz-Grundlagen von uns allen.

Wie soll es weitergehen?

Die Zukunft des Planeten hängt von unserem Umdenken, von grundlegenden Veränderungen und von einer gesellschaftlichen Transformation ab. Der Faire Handel steht vor der Wahl: Entweder wir machen weiter so, vergrößern unseren Umsatz, verbessern die Lebensbedingungen von einigen Tausend Menschen im Norden und Süden − davon profitieren wir selber und fühlen uns ein bisschen besser als die anderen. Oder wir streben die große Transformation durch einen starken Veränderungsdruck von unten an – zusammen mit anderen Initiativen der Bewegung. Denn: eine andere Wirtschaftsordnung ist möglich. Wir haben in der Vergangenheit gezeigt, dass unser Konzept umgesetzt werden kann. Wir können wirtschaftliche, soziale und ökologische Komponenten zusammenbringen. Unser Konzept muss weiterentwickelt und weiterverbreitet werden. Es müssen Alternativen aufgezeigt werden, und wir müssen bei der Umsetzung eine größere Dynamik entfalten. Und nun an die Arbeit. Wie Fidel Castro nach einer seiner ermüdenden Reden sagte: A trabajar y no bailar. (An die Arbeit und nicht tanzen.) – Und alle begannen zu arbeiten und zu tanzen.

Gerd Nickoleit war 1971 der erste Geschäftsführer der Aktion Dritte Welthandel. Nach 5 Jahren Entwicklungshelfertätigkeit im Iran und in Peru war er über 30 Jahre Grundsatzreferent bei der GEPA Fair Handels Company. Er ist Mitbegründer und Ehrenmitglied der World Fair Trade Organisation sowie Mitbegründer und stellvertretender Vorsitzender des Forums Fairer Handel.

Faire Woche 2019

Zum Weiterlesen

Weitere Beiträge zum Fair-Handels-Kongress finden Sie im Tagungsband "Gesellschaftliche Transformation durch Fairen Handel?"

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