Hintergrund

Kampagne 2018

Bei der Herstellung unserer Alltagsprodukte werden häufig Menschenrechte verletzt und die Umwelt zerstört. Auch deutsche Unternehmen sind immer wieder an Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörungen im Ausland beteiligt oder profitieren finanziell davon.

Deutschland hat sich 2015 im Rahmen der Nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals, kurz: SDGs) dazu verpflichtet, für sozial- und umweltverträgliche Produktionsweisen zu sorgen. Doch diese können nur erreicht werden, wenn Unternehmen verpflichtet werden, Menschenrechte und Umwelt entlang ihrer gesamten Lieferkette zu achten.

Aus unserer Sicht hat die deutsche Politik in den letzten Jahren viele Möglichkeiten verpasst, die Ausbeutung von Mensch und Umwelt bei der Herstellung unserer Alltagsprodukte zu stoppen und verbindliche menschenrechtliche Vorgaben für Unternehmen zu beschließen. Derzeit gibt es auf nationaler und internationaler Ebene eine Reihe von politischen Prozessen, die die Problematik der Menschenrechtsverletzungen in globalen Lieferketten aufgreift. Es gilt nun, diese politischen Prozesse so zu gestalten, dass sie verbindliche Regelungen für Unternehmen vorsehen. 

Unsere Forderungen

Eine verbindliche menschenrechtliche Sorgfaltspflicht für deutsche Unternehmen entlang ihrer gesamten Lieferkette muss per Gesetz festgeschrieben werden.

Staaten sind völkerrechtlich verpflichtet, Menschen vor Verletzung ihrer Menschenrechte, auch durch Unternehmen, zu schützen. Die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, die 2011 einstimmig im UN-Menschenrechtsrat angenommen wurden, fordern daher von den Staaten, dass sie wirksame Maßnahmen treffen, um Menschenrechtsverletzungen durch Unternehmen zu verhindern und zu ahnden. Im Dezember 2016 verabschiedete die Bundesregierung einen Aktionsplan „Wirtschaft und Menschenrechte". Dieser ist ein erster Schritt zur Umsetzung der UN-Leitprinzipien, geht aber nicht weit genug. Um Menschenrechte konsequent zu schützen, sollte die Bundesregierung dem Beispiel Frankreichs folgen und ein Gesetz zur menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht für Unternehmen erarbeiten.

Mehr Informationen zum Nationalen Aktionsplan "Wirtschaft und Menschenrechte"

Wir brauchen ein international verbindliches Abkommen zu Wirtschaft und Menschenrechten ("UN-Treaty")

Für den Schutz von Menschenrechten bei weltweiten Unternehmenstätigkeiten gibt es bislang nur freiwillige Leitprinzipien. Um dies zu ändern, wird derzeit in den Vereinten Nationen über ein verbindliches Abkommen verhandelt. Mit dem sogenannten "UN-Treaty-Prozess" soll ein internationales Menschenrechtsabkommen erarbeitet werden, das für die Vertragsparteien verbindlich ist, klare Regeln für Unternehmen schafft und damit den Betroffenen Klagemöglichkeiten eröffnet. Die deutsche Bundesregierung muss sich bei den Verhandlungen aktiv für ein verbindliches Abkommen einsetzen.

Mehr Informationen zum "UN-Treaty-Prozess"

Video zur Kampagne: Stimmen zum Fairen Handel

Ansprechpartnerin

Maja Volland
Tel. 030 - 280 45 349

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