23.03.2017

Kleinbäuerliche Landwirtschaft stärken

Internationaler Kongress "Global Peasants Rights" diskutiert Rechte von Kleinbäuer/innen weltweit

Foto: Hannes Jung

Etwa 400 Bäuer/innen, Fischer/innen und Hirt/innen sowie Wissenschaftler/innen, politische Entscheidungsträger/innen und NGO-Vertreter/innen aus 50 Ländern  kamen Anfang März nach Schwäbisch Hall, um beim Kongress "Global Peasants Rights" über die Rechte der ländlichen Bevölkerung zu diskutieren. Anlass der Debatte war die "Declaration on the Rights of Peasants and Other People Working in Rural Areas", die derzeit in den Vereinten Nationen verhandelt wird. 

Das Forum Fairer Handel unterstützte den Kongress als Partner.

Kleinbäuer/innen ernähren die Welt und hungern selbst 

Kleinbäuer/innen ernähren fast ein Drittel der Weltbevölkerung. Sie sind die wichtigsten Garanten für eine sozial, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltige Lebensmittelversorgung. Wo sie genügend Land, Wasser, Geld und Handwerkszeug haben, produzieren sie einen deutlich höheren Nährwert pro Hektar als die industrielle Landwirtschaft. Dazu kommt, dass sie in der Regel mit erheblich niedrigerem externen Input (z.B. Dünger, Energie, Wasser) arbeiten und für geringere Umweltschäden sorgen. 

Und dennoch: Kleinbäuer/innen sowie andere im ländlichen Raum Beschäftigte gehören zu den ärmsten Teilen der Weltbevölkerung. Sie sind politisch in den meisten Ländern kaum repräsentiert und vermehrt Opfer von Diskriminierung und Vertreibung sowie dem Klimawandel. 

Wir brauchen eine UN-Erklärung zu den Rechten von Kleinbäuer/innen!

Alle Kongressteilnehmenden waren sich einig: Ein Instrument zum Schutz der Rechte von Kleinbäuer/innen ist dringend nötig! Derzeit sind die Normen und Standards, welche die Rechte von Kleinbäuer/innen schützen, in einer Reihe von Abkommen verstreut. Es fehlt also eine kohärente Zusammenführung dieser Standards und eine einheitliche Interpretation. Zudem reichen die bestehenden Instrumente nicht aus, um aktuelle Ursachen für Hunger in ländlichen Regionen –  wie etwa die Verdrängung oder Vertreibung örtlicher Gemeinden durch industrielle Agrarwirtschaft und andere Großprojekte ("Landgrabbing")  – zu bekämpfen. In Arbeitsgruppen diskutierten die Kongressteilnehmenden über den vorliegenden Entwurf der UN-Erklärung und formulierten Änderungswünsche. Diese sollen im Mai bei den Vereinten Nationen eingereicht werden. 

Die Förderung kleinbäuerlicher Landwirtschaft ist auch Teil unserer aktuellen Kampagne "Visionen des Fairen Handels zur Bundestagswahl 2017". Wir rufen die Bundesregierung dazu auf, die Erklärung für die Rechte von Bäuer/innen in den Vereinten Nationen zu unterstützen!