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Zahlen und Fakten zum Fairen Handel in Deutschland

Umsatzentwicklungen des Fairen Handels in Deutschland: 1,7 Milliarden Euro für fair gehandelte Produkte in 2018

Im Geschäftsjahr 2018 wurden in Deutschland 1,7 Milliarden Euro zu Endverbraucherpreisen mit Produkten aus Fairem Handel umgesetzt. Dies entspricht einer Steigerung von 15 % im Vergleich zu 2017. Innerhalb der letzten fünf Jahre hat sich der Umsatz im Fairen Handel mehr als verdoppelt. Im Durchschnitt gaben die Verbraucher*innen in Deutschland pro Kopf 20,50 Euro für faire Lebensmittel und Handwerksprodukte aus.

Wie auch in den Vorjahren wurde der größte Teil des Umsatzes (80 %) mit Fairtrade-gesiegelten Produkten generiert (1,36 Milliarden Euro, + 15,5 %). Die anerkannten Fair-Handels-Unternehmen haben im Geschäftsjahr 2018 fair gehandelte Waren im Wert von 209 Millionen Euro (+ 8 %) vertrieben. Mit einem Umsatz von 78 Millionen Euro verzeichnen die Weltläden und Weltgruppen im Jahr 2018 eine Umsatzsteigerung von 2,4 %.

Mit 81 % machten Lebensmittel in 2018 den größten Anteil am Umsatz von fair gehandelten Produkten zu Endverkaufspreisen aus.

Fair gehandelte Produkte aus Europa, wie Naturland Fair zertifizierte Milch und Brot, erreichten einen Umsatz von 112,7 Millionen Euro (+ 11,5 %). Die europäische Agrarpolitik kommt bislang vor allem großen landwirtschaftlichen Betrieben zugute. Auch in Deutschland sind die Auswirkungen dieser verfehlten Politik zu spüren: Durch den Preisverfall von Rohstoffen und Lebensmitteln stehen immer mehr bäuerliche Existenzen auf dem Spiel. Auch der Bio-Bereich bietet ihnen nicht immer eine ausreichende Absicherung. Die steigende Nachfrage führt zu einem ähnlichen Preisdruck durch den Handel wie auf dem konventionellen Markt. Angesichts dieser Entwicklung gewinnt die bio + faire Alternative für die bäuerliche Landwirtschaft an Bedeutung. Deren Ziel ist eine gerechte und angemessene Entlohnung und die Existenzsicherung von benachteiligten Produzent*innen. Mit langfristigen Partnerschaften und einem fairen Preis wirkt sie dem Preisdruck entgegen. Die Naturland Fair Zertifizierung bringt ökologischen Anbau und Fairen Handel in einem Siegel zusammen.

Umsatzstärkstes Produkt mit ungewisser Zukunft: der Kaffee

Mit einem Anteil von 32 % ist Kaffee weiterhin das umsatzstärkste Produkt im Fairen Handel. Jede zwanzigste Tasse Kaffee, die in Deutschland getrunken wird, stammt aus Fairem Handel. Wie weit der Weg zu gerechten Handelsstrukturen dennoch ist, verdeutlicht die prekäre Situation der Kaffeebäuer*innen weltweit. Angesichts von Niedrigpreisen auf dem Weltmarkt können über die Hälfte von ihnen im konventionellen Handel nicht einmal ihre Produktionskosten decken. Immer mehr Produzent*innen geben den Kaffeeanbau auf und sehen Migration als einzigen Ausweg.

Die Studie "Kaffee: Eine Erfolgsgeschichte verdeckt die Krise" belegt, dass die Wertschöpfung bei Röstern und Händlern in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren um 139 % stieg, während sie in den Produktionsländern um 10 % gesunken ist. Diese Ungerechtigkeit kann nicht allein durch informierte Verbraucher*innen und deren Konsumverhalten gelöst werden. Deshalb setzt sich das Forum Fairer Handel in Deutschland für die Abschaffung der Kaffeesteuer für fair gehandelten Kaffee ein. Doch damit möglichst viele Kaffeebäuer*innen bessere Bedingungen erhalten, braucht es zudem übergreifende gesetzliche Regelungen.

Süße Frucht, bittere Realität: die Banane

In punkto Absatz belegen weiterhin Bananen den ersten Platz im Fairen Handel. Mit rund 95.000
Tonnen machten sie den größten Anteil in der Produktkategorie "Südfrüchte" aus. Damit haben Bananen aus Fairem Handel in Deutschland einen Marktanteil von rund 14 % erreicht.

Doch dieser positiven Entwicklung steht der harte Preiskampf entgegen, den sich die Lebensmitteleinzelhandels-Riesen um die Lieblingsfrucht der Deutschen liefern. Produzent*innen, die ihre Bananen zu Fairtrade-Konditionen oder an Fair-Handels-Unternehmen wie BanaFair verkaufen, profitieren von besseren Preisen und verlässlichen Handelspartnerschaften. Für die Mehrheit der Bananenbäuer*innen und Plantagenarbeiter*innen sind Ausbeutung und schlechte Arbeitsbedingungen jedoch an der Tagesordnung. Auch der Rückzieher der Discounterkette Lidl, ihre Bananen auf 100 % Fairtrade umzustellen, verdeutlicht: Freiwillige Initiativen von Unternehmen reichen alleine nicht aus, um faire Handelsbedingungen herzustellen.

Vor diesem Hintergrund fordert das Forum Fairer Handel eine gesetzliche unternehmerische Sorgfaltspflicht für deutsche Unternehmen entlang ihrer Lieferketten. Sie müssen dafür Verantwortung übernehmen, dass ihre Produkte unter menschenwürdigen Bedingungen hergestellt werden und deren Erzeuger*innen von ihrem Einkommen oder Lohn ein menschenwürdiges Leben führen können. Wer dies nicht tut, muss im Schadensfall von den Betroffenen haftbar gemacht werden können.

Weitere Zahlen und Fakten zum Fairen Handel im Geschäftsjahr 2018 finden Sie in unserer Broschüre "Aktuelle Entwicklungen im Fairen Handel":

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"Aktuelle Entwicklungen im Fairen Handel" | Download Kurzfassung

Ansprechpartner

Foto Manuel Blendin
Manuel Blendin
Tel. 030 / 280 40 599

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Weitere Zahlen und Fakten von 2018 erhalten Sie in der Broschüre "Aktuelle Entwicklungen im Fairen Handel".

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